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QUAESTUS

Capital & Risk

Finanzierung, Risikotransfer und Sicherheiten in einer Struktur.

Drei Disziplinen, die im Markt meist getrennt eingekauft werden. Wir kennen jede davon genau und fügen sie über mehrere Risikoträger hinweg zu einem Programm zusammen. Quaestus ist dabei unabhängiger Strukturierer.

01

Bonds & Guarantees

Sicherheiten stellen, ohne Liquidität zu binden. Bürgschaften und Avale erfüllen vertragliche und gesetzliche Sicherungsversprechen. Bei Bedarf bringen wir dafür Banken und Kautionsversicherer zu einer abgestimmten Avalstruktur über mehrere Häuser zusammen, statt allein auf einen Sicherungsgeberweg zu setzen. So entsteht zusätzliche Avalkapazität, in der für Ihre Ziele bestmöglichen Struktur.

Vertragsbezogene Bürgschaften

Bietungsbürgschaft
Sichert die Verbindlichkeit des Angebots im Vergabe-/Ausschreibungsverfahren.
Vertragserfüllung
Sichert die ordnungsgemäße, fristgerechte Leistungserbringung nach Zuschlag.
Anzahlungsbürgschaft
Sichert die Rückzahlung geleisteter An-/Vorauszahlungen des Auftraggebers.
Gewährleistung / Rückgewähr
Sichert Mängelansprüche und einbehaltene Sicherheitsleistungen nach Abnahme.
Ausführungs- / Fertigstellung
Sichert die vollständige Fertigstellung in Projekt- und Bauverträgen.

Gesetzliche & kommerzielle Avale

Zoll & Verbrauchsteuer
Sicherheiten gegenüber Zoll-/Steuerbehörden (u. a. Zollaufschub, Energie/Verbrauchsteuer).
Umwelt / Rekultivierung
Rückbau-, Renaturierungs- und Nachsorgeverpflichtungen gegenüber Behörden.
Miet- / Pachtkaution
Sicherheiten aus gewerblichen Miet- und Pachtverhältnissen.
Prozess- / Gerichtsbürgschaft
Sicherheitsleistung im gerichtlichen Verfahren.
Lizenz & Konzession
Behördlich geforderte Sicherheiten für Erlaubnisse und Konzessionen.
Zahlungs- / Lieferantenaval
Sicherung von Zahlungsverpflichtungen gegenüber Lieferanten.

Internationale Avalprogramme

Lokale Garantien
Im Empfängerland anerkannte Garantietexte über lokale Korrespondenten.
Rückgarantien
Counter-Guarantees, die lokale Avalgeber gegenüber dem Hauptbürgen absichern.
Einheitlicher Rahmen
Mehrländer-Avale unter einer steuerbaren Linie statt fragmentierter Einzellösungen.

Syndizierte Avallinien

Mehrgeber-Linie
Eine Avallinie, die mehrere Banken und Kautionsversicherer gemeinsam stellen, statt eines einzelnen Gebers.
Tranchierung nach Kollateral
Illiquide Sicherheiten (Immobilien, Maschinen, Forderungen) in die Banktranche, barnahe Sicherheiten in die Versicherertranche.
Kapazitätshebel
Die abgestimmte Aufteilung erschließt Avalkapazität, die ein einzelner Geber für sich nicht stellen würde.

Den größten Hebel gibt die Regulierung. Banken können unter Basel III ein breites Spektrum an Sicherheiten anrechnen, von Immobilien über Maschinen bis zu Forderungen und Vorräten, jeweils mit Abschlägen. Versicherer werden unter Solvency II faktisch zu barnahen Sicherheiten gedrängt. Dasselbe Produkt an der Oberfläche, ein völlig unterschiedlicher Appetit für das, was dahintersteht. Wer eine Avallinie syndiziert und das Kollateral entsprechend zuteilt, illiquide Sicherheiten in die Banktranche, Baräquivalente in die Versicherertranche, erschließt Avalkapazität, die keiner der beiden Geber allein stellen könnte. Genau in solchen Lücken zwischen zwei Aufsichtsregimen liegt die eigentliche Strukturierungsarbeit.

02

Trade Credit Solutions

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind oft der größte ungesicherte Aktivposten der Bilanz. Der Risikotransfer an Kreditversicherer schützt vor Großschäden, stabilisiert die Bilanz und macht Forderungen bankfähig, die Grundlage besserer Finanzierungskonditionen.

Deckungsstrukturen

Ganzumsatzpolice
Versichert den gesamten versicherbaren Forderungsbestand (Whole Turnover), breite Streuung, geringe Antiselektion.
Selektiv / benannte Abnehmer
Deckung ausgewählter Abnehmer statt des Gesamtportfolios.
Single Buyer
Konzentrierte Deckung eines einzelnen, bedeutenden Abnehmers.
Single Risk
Einzelgeschäft oder -projekt, häufig mittel- bis langfristig.
Excess of Loss
Katastrophen-/Selbstbehalt-Struktur: Eigentragung der Frequenz, Versicherer trägt Spitzen oberhalb einer Schwelle.
Top-up
Aufstockung eines unzureichenden Grundlimits über die Primärdeckung hinaus.
Kapitalentlastende Deckung
Reduzierte Kapitalanforderungen und Ratingverbesserung für Projektsponsoren oder Finanzinstitute.

Versicherte Gefahren

Insolvenz
Rechtlich festgestellter Ausfall des Abnehmers.
Nichtzahlung
Protracted Default, Zahlungsausfall ohne förmliche Insolvenz.
Fabrikationsrisiko
Pre-Credit-/Work-in-Progress-Deckung für Kosten vor Lieferung bei Abnahmeverweigerung.
Politische Risiken
Politische Ereignisse als Ausfallursache, etwa staatliche Zahlungsverbote oder hoheitliche Eingriffe.
Anfechtungsdeckung
Schutz vor insolvenzrechtlicher Anfechtung bereits erhaltener Zahlungen, wenn der Insolvenzverwalter geleistete Beträge zurückfordert.
Inkassokosten
Übernahme vereinbarter Kosten der Rechtsverfolgung und Beitreibung bei der Durchsetzung versicherter Forderungen.
Transferrisiko
Gefahr, dass fällige Zahlungen wegen staatlicher Beschränkungen nicht in der vereinbarten Währung transferiert oder konvertiert werden können.

Export & politische Risiken

Käufer- / Länderrisiko
Ausfall öffentlicher/staatlicher Besteller und länderbedingte Zahlungsstörungen.
Konvertierung & Transfer
Behördliche Verbote, Zahlungen in Devisen umzutauschen oder auszuführen.
Beschlagnahme / Enteignung
Politische Eingriffe (Confiscation, Expropriation, Nationalization, Deprivation).
Contract Frustration
Vertragsbruch durch hoheitliches Handeln; unrechtmäßiger Abruf gestellter Bürgschaften (unfair calling).

Strukturell ist die Kreditversicherung mehr als Schadenschutz. Eine unbedingte Deckung kann beim finanzierenden Institut als anerkannte Kreditrisikominderung wirken und das Risikogewicht des Abnehmers durch das des Versicherers ersetzen, ein Kapitaleffekt, der die Forderung günstiger finanzierbar macht. Wo private Kapazität endet, bei Länderlimiten, langen Laufzeiten oder Konzentrationen, treten Co-Insurance, Rückversicherung und staatliche Exportkreditgarantien hinzu. Für Investitionsgüter und Projektgeschäft kommen mittel- bis langfristig strukturierte Lösungen hinzu, als Besteller- oder Lieferantenkredit, abgestimmt auf Laufzeit, Land und Käufertyp. Wir wissen, welche Strukturen zu Ihrem Bedarf passen.

03

Receivable Finance Programs

Receivable Finance verwandelt offene Forderungen in sofortige Liquidität. Der Antrieb ist die Finanzierung, nicht die Absicherung. Es geht darum, gebundenes Working Capital freizusetzen und Wachstum mitzufinanzieren. Eine Kreditversicherung ist dabei der Hebel aus dem Risikotransfer, nicht Zweck.

Factoring-Formen

Echt / unecht
Ausfallrisiko geht auf den Factor über (echt, non-recourse) oder verbleibt beim Verkäufer (unecht, recourse).
Offen / still
Der Abnehmer wird über die Abtretung informiert, oder nicht.
Full-Service / Finanzierung
Inklusive Debitorenmanagement und Inkasso, oder reine Finanzierungsfunktion (Inhouse).
Selektiv / Single Buyer
Ankauf einzelner Abnehmer oder Forderungen statt des Gesamtumsatzes.
Invoice Discounting
Vertrauliche Finanzierung des Forderungsbestands ohne Übernahme des Debitorenmanagements.

Strukturierte Forderungsfinanzierung

Revolvierende Programme
Laufender, erneuernder Ankauf eines Forderungspools mit dynamischer Verfügbarkeit.
Verbriefung / ABS
Bündelung von Forderungen in handelbare Strukturen für große Volumina.
Supply-Chain-Finance
Reverse Factoring / Payables Finance, verankert in der Bonität des Abnehmers.
Asset Backed Lending
Asset-Based-Lending auf eine laufend bewertete Bemessungsgrundlage (meist Forderungen und Vorräte).

Strukturell entscheidet die bilanzielle und regulatorische Behandlung. Ein echter Verkauf (true sale) führt zur Ausbuchung der Forderung und verkürzt die Bilanz, sofern das Risiko tatsächlich übergeht; eine besicherte Finanzierung bleibt dagegen in der Bilanz. Beim finanzierenden Institut hängt die Kapitalentlastung daran, ob ein signifikanter Risikotransfer vorliegt. Diese Abgrenzung, mit der Wirtschaftsprüfung abzustimmen, bestimmt, ob die Struktur ihren Zweck erfüllt. Wo eine Kreditversicherung vorhanden ist, lässt sich die Forderung als werthaltigeres Asset günstiger und mit höheren Ankaufquoten finanzieren. Die Absicherung dient dann der besseren Finanzierung.

Programmarchitektur

Wie aus einzelnen Produkten ein steuerbares Programm wird.

Es kommt nicht auf den einzelnen Baustein an, sondern darauf, wie Prozesse und Menschen agieren. Wir schichten Deckungen, verzahnen die Disziplinen und nutzen den Wettbewerb mehrerer Anbieter.

IN SCHICHTEN GEDACHT

Primärdeckung

Das Fundament: Grundlimite je Abnehmer über eine Ganzumsatz- oder Selektivpolice.

Top-up-Schicht

Gezielte Aufstockung dort, wo das Grundlimit das tatsächliche Geschäft nicht abdeckt.

Excess of Loss

Eine darüberliegende Katastrophenschicht für reife Risikoprozesse mit Eigentragung der Frequenz.

Verzahnt statt nebeneinander

Credit + Surety

Kreditversicherung und Avale aus einer Hand gedacht, Bilanzschutz und freie Banklinien zugleich.

+ Politisches Risiko

Private PRI und staatliche Exportkreditgarantien ergänzen die private Deckung, wo sie endet.

+ Finanzierung

Die versicherte Forderung wird zum finanzierbaren Asset, Risikotransfer verbilligt die Liquidität.

Unser Vorgehen am Markt

  1. 01

    Analyse

    Exposure-Mapping: Konzentrationen, Länder, Branchen, bestehende Bank-, Versicherer- und Avalbeziehungen/Strukturen.

  2. 02

    Strukturierung und Tech

    Layering aus Primär-, Top-up- und XoL-Deckung; bei Bedarf Verzahnung von Credit, Surety, PRI und Finanzierung. Prozess- und Techlandschaft definieren.

  3. 03

    Markt & Ausschreibung

    Strukturierte Selektion und Ausschreibung an globales Anbieternetzwerk. Planung technischer Integrationen.

  4. 04

    Verhandlung

    Limite, Verträge, Wordings, Preise; zentral verhandelt und optimiert. Integration von Prozessen und unterstützenden Techlösungen.

  5. 05

    Steuerung

    Laufendes automatisiertes Limit-, Schaden- und Renewal-Management; Reporting; Anpassung an Wachstum und Marktlage.